"LED oder OLED - wer gewinnt?"

Interview mit Rudolf Sosnowsky E&E 07/2019

Lichttechnik mit Zukunft

Rudolf Sosnowsky
Chief Technology Officer Rudolf Sosnowsky

LED oder OLED – beide Technologien eröffnen neue Möglichkeiten bei der Beleuchtung im Industrie und Heimbereich. Auch im Displaydesign haben diese Technologien ihre Vor- und Nachteile. Wer wird das Rennen im Industriebereich machen, erläutert in einem Kurzinterview Rudolf Sosnowsky von Hy-Line?

 

LEDs und OLEDs als Leuchtmittel versuchen im Industriebereich zu punkten. Wie ist der aktuelle Status-Quo der beiden Technologien?

In der Industrie sind heute immer noch Edge-Backlights mit weißen LEDs weit vertreten, bei Sonderanwendungen mit großem Farbraum auch mit Farbkonverter. LEDs sind zuverlässig, bieten große Helligkeit und lange Lebensdauer, OLED-Displays haben besseren Kontrast, sind aber empfindlich gegen Alterung („Einbrennen“).

Micro-LEDs gelten als neue vielversprechende Lichtquellen. Wo steht diese Lichttechnologie aktuell?

Mikro-LEDs haben sich noch nicht etabliert. Als Backlight können sie bei Platzproblemen in kompakten Geräten oder als Scanning Backlights mit vielen Feldern für gesteigerten Kontrast bei TFTs eingesetzt werden. Für ein direktes Display ist die Großserienfertigung wegen des Transfers vom Wafer auf das Applikationsdisplay noch schwierig.

„LEDs sind zuverlässig, bieten große Helligkeit und lange Lebensdauer, OLED-Displays haben besseren Kontrast, sind aber empfindlich gegen Alterung.“

Welche Lichttechnologie ist für Videoinfowände geeignet?

Als Direktdisplay empfehlen sich LEDs für großformatige Videowände, die aus Einzelmodulen aufgebaut und nahezu beliebig skalierbar sind.

Für welches Einsatzgebiet werden OLEDs bevorzugt eingesetzt?

Die (AM-) OLED-Technologie ist hauptsächlich im Consumer-Markt für große (TV-) und kleine (Mobiltelefon-) Displays vertreten. Die Verfügbarkeit und Praxistauglichkeit für die Industrie ist aber limitiert.

Ein Blick in die Zukunft. Was kommt nach der LED und OLED?

Viel versprechend sind Quantum dots, die bislang nur als Farbfilter im TFT eingesetzt werden und blaues in rotes und grünes Licht umwandeln. Später sollen sie als selbst Licht emittierendes Material in einem Display ohne Flüssigkristall eingesetzt werden.

 

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